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Zahnarzt München

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Bulimie, auch als Ess-Brech-Sucht bezeichnet, ist eine gerade in der Personengruppe der jungen weiblichen Bevölkerung zunehmende Erkrankung. Seit einigen Jahren steigt zudem der Anteil der männlichen Betroffenen. Wer unter Bulimie leidet, zwingt sich nach einer Mahlzeit – häufig auch Fressattacken – das Gegessene wieder zu erbrechen. Die Folgen sind mit der Zeit zahlreiche gesundheitliche Schäden.

Auch Schäden an den Zähnen

Viele wissen nicht: Auch die Zähne werden meist stark in Mitleidenschaft gezogen. Durch das Erbrechen gelangt aggressive Magensäure, die eigentlich die Nahrung zersetzen soll, in den Mund. Die Säure greift die Zähne an, indem sie deren Oberflächen aufweicht und schließlich auflöst. Säuren, die durch die normale Nahrungszufuhr in den Mund gelangen, sind wesentlich schwächer und können durch den Speichel schnell neutralisiert werden. Dieser Prozess nimmt bei der Magensäure längere Zeit in Anspruch – die schädlichen Säuren können deshalb länger auf den Zahn einwirken. Ein erstes Warnsignal für Säureschäden der Zähne bei regelmäßigem Erbrechen ist eine erhöhte Empfindlichkeit der Zähne auf kalte, heiße, saure oder süße Speisen. Mittelfristig zeigen sich typische Schäden an den Front- und Eckzähnen, typischerweise an den dem Gaumen zugeneigten Flächen. Sie befinden sich damit im nicht sichtbaren Bereich und werden von Patienten oft nicht wahrgenommen. Im fortgeschrittenen Stadium kann es zu erheblichen Schäden und Verkürzungen der Zähne kommen – dann auch im sichtbaren Bereich.

Einiges ist vermeidbar

Bulimie ist eine ernstzunehmende Krankheit und sollte deshalb in jedem Fall fachärztlich behandelt werden. Daneben gibt es aber einige sofort anwendbare Tipps, um zumindest die Gefahr von Zahnschäden zu reduzieren. Weil die Magensäure die Zahnsubstanz aufweicht, sollte auf das Putzen der Zähne unmittelbar nach dem Erbrechen unbedingt verzichtet werden. Besser ist es, 30 - 60 Minuten zu warten bis der Speichel seine Neutralisationswirkung ausgeübt hat. Davor sollte mit einer neutralisierenden Flüssigkeit gespült werden. Ideal ist eine Lösung mit Natriumhydrogencarbonat bzw. Basenpulver (1/2 Teelöffel in 250 ml Wasser). Ansonsten eignet sich auch die Spülung mit einem fluoridhaltigem Mundwasser, Milch oder klarem Wasser.

Optimalen Schutz verspricht eine sogenannte „Medikamententrägerschiene“. Dabei handelt es sich um eine individuell angefertigte Kunststoffschiene, die vor dem Erbrechen – mit einem bestimmten Fluoridgel – versehen, eingesetzt wird.

Wer häufig erbricht, sollte darauf achten, dass er eine weiche Zahnbürste verwendet und nicht mit zu viel Druck putzen. Auch eine fluoridhaltige Zahnpasta für die tägliche Zahnpflege zu Hause, sowie die wöchentliche Anwendung eines Fluoridgels helfen Schäden vorzubeugen. Ebenso sollte auf stark säurehaltige Lebensmittel verzichtet werden. Regelmäßige Besuche beim Zahnarzt sind dringend notwendig, um frühzeitig Schäden erkennen und behandeln zu können.

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